Alltagshelfer,  Langsam Leben

Was passierte, als ich meine beste Freundin losgelassen habe

Ihr Lieben,

wie ihr merkt, braucht es immer eine Zeit bis ich einen neuen Blogbeitrag schreibe. Passend zu meinem Langsam Leben Motto, braucht es auch Zeit Themen zu verarbeiten und zu verfassen.
Über alle Dinge die ich schreibe, liegt ein gewisser Zeitraum und gewisse Erfahrungen, die ich gemacht habe. Daher schreibe ich mit bedacht über die Dinge die mir wichtig sind ♡

Diesen Blogbeitrag widme ich voller Dankbarkeit meiner besten Freundin.

Heute möchte ich über das Loslassen von Freundschaften schreiben. Ein schmerzhaftes Thema, wofür ich wirklich lange gebraucht habe um es realisieren zu können. Und wie positiv es sein kann, wenn man seine beste Freundin loslässt.

Wenn du liebst, lass frei, kommt es zurück, gehört es dir – für immer. Konfuzius

Ja, wer kennt dieses Zitat nicht. Ich glaube jeder hat es mal irgendwo gelesen.
Oder auch das hier:

Lieben heißt loslassen. Unbekannter Verfasser

Leichter gesagt als getan. Denn ich fand es jahrelang wirklich schwer jemanden loszulassen, an dem mir so viel liegt.

Es gibt Menschen, die begleiten einen nur für kurze Zeit im leben. Man verbringt eine Zeit intensiv miteinander und irgendwann wird der Kontakt weniger. Man trifft sich nur noch sporadisch und irgendwann gar nicht mehr. Und das ist auch ok für beide Seiten.
Das ist normal im Leben. Manche Menschen benötigt man für eine besondere Erfahrung im Leben. Und wenn man diese Erfahrung zusammen gemacht hat, geht jeder seinen Weg weiter.
In diesem Fall muss man nichts loslassen und es ist auch nicht schmerzhaft. Manchmal denkt man noch an die schöne Zeit zusammen, schickt sich mal wieder eine Textnachricht. Und dann lebt man so weiter. Immer mit der schönen Erinnerung, die man gemeinsam erlebt hat.
Manchmal trifft sich der Weg wieder und man geht ein Stück im Leben wieder gemeinsam. Manchmal auch nicht.

Anders verhält es sich mit der besten Freundin.
Ich kenne meine beste Freundin jetzt seit gut 10 Jahren. Wir haben so viel zusammen erlebt und waren füreinander immer der erste Ansprechpartner bei Problemen.
Wir waren wie Seelenverwandte und eine großen Stütze im leben der anderen.

Als wir beide vor vier Jahren umgezogen sind und die Jobs gewechselt haben änderte sich alles.
Ich bin zu dieser beruflich viel unterwegs gewesen. Leider musste ich feststellen, dass meine Freundin wohl das Motto „aus den Augen, aus dem Sinn“ lebte. Der Kontakt wurde recht einseitig und obwohl wir beide in die selbe Stadt gezogen sind, sahen wir uns nur noch selten.
Im Gegensatz zu mir und auch auch der Reiserei bedingt, baute sie schnell neue Freundschaften in der neuen Stadt auf, aber mich hat sie leider nicht darin integriert. Ich hatte allerdings diese Erwartung an sie. Das war mein Fehler Nummer eins. 

Und natürlich kam was kommen musste und ich wurde wahnsinnig Eifersüchtig. Je Eifersüchtiger ich wurde, desto mehr klammerte ich an sie und ihre Freundschaft. Ich hegte einen  Groll an alle neuen Freundinnen und unsere Beziehung zueinander wurde unnatürlich. Fehler Nummer zwei. 

Ich hab mich nicht gut gefühlt, wenn sie sich nicht gemeldet hat. Ich hab mich nicht gut gefühlt, wenn sie sich gemeldet hat. Ich hab mich nicht gut gefühlt, wenn wir uns nicht gesehen haben und ich hab mich nicht gut gefühlt, wenn wir uns gesehen haben.

Man konnte es mir also in gar keinem Fall recht machen!

Ich konnte diese neue Situation auf gar keinen Fall akzeptieren. Fehler Nummer drei. 

Die ganze Situation zog sich um die zwei Jahre so hin. Und es war schrecklich. Aber ich konnte die Freundschaft zu ihr nicht loslassen. Ich wollte unbedingt dieses besondere Band das wir hatten aufrecht halten. Fehler Nummer vier. 

Und ich hab geklammert. Fehler Nummer fünf. 

Es mussten viele schmerzhafte Situationen passieren, viel Enttäuschung, Wut, Groll, Eifersucht und Erniedrigung bis ich endlich verstanden habe, dass es diese besondere Freundschaft nicht mehr gibt.

Was passierte dann?
Ich hab sie tatsächlich losgelassen. Ich schraubte den Kontakt soweit zurück, dass wir uns nur noch ganz selten gesehen haben. Ich habe keine treffen mehr angestrebt, habe ihr keine Textnachrichten mehr geschickt. Ich habe auch die Aktivitäten bei Facebook blockiert um nicht sehen zu müssen, was sie schönes erlebt.

Ich suchte mir neue Kontakte und baute auch neue Freundschaften auf.

Mit der Zeit sanken meine Erwartungen gegenüber meiner ehem. besten Freundin und die Situation konnte heilen. 

Wir haben uns komplett auseinander gelebt und hatten ca. ein Jahr nur noch Kontakt, wenn sie sich bei mir gemeldet hat. Je mehr ich mich zurückgezogen habe, desto regelmäßiger hat sie sich bei mir gemeldet.

Und erst als ich sie komplett losgelassen habe, hat sich unsere Freundschaft wieder angenähert. Ganz zwanglos.
Ich habe ihre neuen Freunde akzeptiert. Ich war nicht mehr eifersüchtig und konnte wieder Dankbar auf unsere damalige Freundschaft zurückblicken.

Erst letzte Woche saßen wir zusammen auf dem Balkon und konnten zum ersten Mal ganz offen über unsere Freundschaft reden. Wir konnten das erste mal aufrecht ansprechen, was uns damals bewegt hat und was alles los war.
Sie hatte sich ihren neuen Freunden angepasst und sich selbst verloren und ich hab so sehr an ihr geklammert, dass es von beiden Seiten nicht mehr paste.
Wir gingen beide quasi eine Abzweigung, bevor wir uns an der nächsten Kreuzung wiederbegegnegen. Beide mit neuen Erfahrungen.

Beide mussten einen Lebensabschnitt alleine bewältigen.

Ich kann mittlerweile zu 100 Prozent bestätigen: Lieben heißt Loslassen

Wir mussten unsere Wege trennen um wieder  zueinander zu finden. Die Freundschaft ist natürlich nicht mehr wie vor 10 Jahren.  Sie hat sich weiterentwickelt und ist nun voller Respekt und Dankbarkeit. Wir wissen beide was wir aneinander haben und das unsere Freundschaft etwas ganz besonderes ist.

Musstet ihr auch schon eine gute Freundschaft loslassen? Was sind eure Erfahrungen?

Eure Marliese

Foto: unsplash.com

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