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Mein Körper und ich – ein Weg zu mehr Körperbewusstsein

Ich habe länger über diesen Blogbeitrag und wie dessen Überschrift bloß lauten könnte nachgedacht. Ich bin eine von vielen Menschen, die Schwierigkeiten mit ihrem Körper haben. Wir fühlen uns zu dick, zu dünn zu groß zu klein. Das ganze wird auch ausgiebig in allen Medien diskutiert, kommentiert, gelenkt, beherrscht und gebildet.

Hier kommt meine Geschichte und meine Hilfsmittel, die mich langsam zu meinem Körpergefühl zurückgeführt haben.

Es geht um das schwierige Thema: Selbstliebe und den eigenen Körper zu akzeptieren und vor allem zu respektieren.

Bereits im zarten Alter von 14 Jahren habe ich angefangen die Pille zu nehmen. Ich hatte damals ziemliche Regelschmerzen und meine Frauenärztin hat mir die Pille verschrieben, damit sich meine Krämpfe regulieren. Ich habe nie weiter darüber nachgedacht und brav die Pille eingenommen.
(Bis zu meinem 24. Lebensjahr, als ich registriert hatte, dass ich meinem Körper 10 Jahre lang, alle 30 Tage vorgegaukelt habe, er sei schwanger.)

Mit dem einnehmen der Pille begannen meine Probleme. Ich nahm fürchterlich zu, fühlte mich aufgeschwemmt und habe meinen Körper nie als meinen Körper wahrgenommen. Er war eine fremde hülle mit dem ich mich nicht identifizieren konnte.

Im Alter von 17 folgte eine Essstörung und ich nahm in kürzester Zeit 15 kg ab. Ich war sehr dünn und fühlte mich nach wie vor immer noch dick. Bis auf meine Kleidergröße hat sich dabei nichts geändert. Ich fand mich immer noch zu dick und mein Körper war mir fremd.

Ab meinem 18. Lebensjahr war ich ein lebendes Jo-Jo. Wenn ich heute Bilder von mir betrachte, fällt mir auf, dass ich in schlechten Zeiten immer ein Polster bildete. Ein typisches Frustesser verhalten. Dabei aß ich nie wirklich ungesund.

Ich hab so einiges versucht. Ich ging ins Fitnessstudio (eher widerwillig 🙂 ) , habe diverse Diäten probiert von den WeightWatchers bis zur LowCarb Ernährung.

Es blieb weiterhin das lebende Jo-Jo.


 

Manchmal muss man ganz unten ankommen um zu merken, dass es so nicht geht. Ich wurde krank. Physisch krank. Nicht nur wegen meines Körpers, sondern wegen einer ungesunden Einstellung mir gegenüber.
Und als ich ganz unten an meiner Treppe angelangt war habe ich mir die Frage gestellt, soll die Ablehnung mir gegenüber mein ganzes Leben bleiben? Möchte ich am Ende meiner Tage auf ein Leben voller Ablehnung , Diäten, Trauer und Unzufriedenheit zurückblicken? 

Definitiv NICHT!

Ich habe mich nie akzeptiert. Ich habe mich verurteilt für das, was ich war. Ich war sauer, wenn mein Körper keine Leistung brachte. Dabei hab ich mich selbst erschaffen. Mein Körper konnte nichts dafür das er so aussah wie er war.


Doch wie kann man lernen sich selbst zu akzeptieren?

Eins ist klar. Es dauert seine Zeit und ist ein langsamer Prozess. Doch er lohnt sich Schritt für Schritt. Und er passt ganz wunderbar in mein langsames Leben.
In meinen anderen Blogbeiträgen habe ich bereits über meinen Lebensstil berichtet und zu einem langsamen Leben gehört viel mehr dazu als nur der Körper selbst.
Ich musste einiges an meinem Leben ändern und meine Körperakzeptanz war nur die Kirsche auf der Sahnetorte.

Hier möchte ich ein paar Punkte schreiben, die sich im Bezug auf meinen Körper (und die Gedanken über meinen Körper) geändert haben und ich hoffe, dass es dem ein oder anderen weiterhilft, der in einer Ähnlichen Lage steckt:

Du bist gut genug.

Ich beginne mit dem allerwichtigsten Punkt! Du bist gut genug. Du bist nicht nur gut genug – du bist perfekt so wie du bist!
Du hast Fehler, du hast Schwächen – du hast aber auch mindestens genauso viele Stärken und das macht dich zu einer einzigartigen Person.
Wie viele negative Gedanken schenkst du deinem Körper am Tag? Beginne ihm öfter mal Danke zu sagen.
Sei Dankbar dafür, wie er dich durch dein Leben trägt. Wie viele Strapazen er mitmacht, wie viele Nächte er durchfeiert oder  stressige Situationen er meistert.
Vielleicht kannst du deinen Körper jetzt nicht zu 100 Prozent akzeptieren. Aber konzentriere dich auf die schönen Dinge an ihm und sei ihm Dankbar!

Höre auf deinen Körper

Ich hatte verlernt auf meinen Körper zu hören.
Ein natürliches Verhalten, welches wir als Kinder alle hatten. Wir wussten wann wir Hunger hatten und haben aufgehört zu essen, wenn wir satt waren. Heute essen wir aus Frust, Langeweile, Geselligkeit, Einsamkeit oder vielen anderen Gründen.
Ich habe in der Fastenzeit angefangen auf Zucker zu verzichten und nach ein ein bis zwei schlimmen Wochen des Entzugs. Hat sich in mir ein vollkommen anderes Hungergefühl eingestellt. Meine Appetitattacken waren vollkommen weg.
Für mich steht eindeutig fest, dass Zucker den Körper betäubt und ein unstillbares Verlangen nach Mehr in einem auslöst.
Ich kann jedem nur empfehlen es auch mal auszuprobieren und ein paar Wochen auf Zucker zu verzichten. Die Reaktionen von deinem Körper ist wirklich phänomenal.

Wer bin ich und was brauche ich?

Wir machen so viel für andere Menschen und stellen uns meistens hinten an. Dieses Aufopfern führt leider dazu, dass wir über kurz oder lang auf der Strecke bleiben.
Daher folgt die Devise, kümmere dich zuerst um dich selbst, danach hast du genügend Kraft dich um andere zu kümmern. 
Mir hat Meditation geholfen zur Ruhe zu kommen und mich besser kennenzulernen. Wie bin ich im hier und jetzt. Wir leben meistens in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Aber wie geht es mir jetzt? Wie fühle ich mich an, welche Geräusche nehme ich war und was brauche ich im Moment?
Bei der Meditation schenkst du deinem Körper das allerwichtigste – nämlich Zeit.

Plane bewusst Zeiten für dich ein. Schau einen Film oder nimm ein Bad. Beobachte Tiere oder schminke dich. Geh alleine ins Kino oder buche einen Kurs für dich. Date dich selbst. Am Anfang ist das etwas komisch, aber mit der Zeit freust du dich auf jede Stunde, die du für dich eingeplant hast.

Integriere Aktivitäten in dein Leben  

Der Körper braucht Bewegung. Das lässt sich nicht vermeiden. Aber wir müssen keinen Fitnessstudio-Zwang in unseren Alltag integrieren. Integriere viel lieber Aktivitäten in dein Leben.
Anstatt mit dem Auto, fahre ich nun mit dem Fahrrad zur Arbeit. Kürzere Strecken gehe ich alle zu Fuß.
Ich probiere ganz viel aus. Sei es Kegeln, Areal Yoga, Trampolin Park, Stand Up Paddeln, E-Bikes, Mountainbike, Wandern oder Tanzen. Ich habe mittlerweile fast täglich eine Aktivität.
So erübrigt sich das Sportpensum von ganz alleine und ich bewege mich mit viel Freude.
Nach ein paar Wochen ist man richtig hippelig, wenn man sich nicht bewegt hat.
Was auch viel Freude bereitet und eine richtige Herausforderung ist, ist das Ziele setzen. Ich wollte unbedingt einen Kopfstand lernen und habe täglich geübt. Nach ein paar Monaten hatte ich dieses Ziel erreicht und habe mir ein neues Gesetzt. Spielerisch bewegen und Krafttraining lässt einem das Sportprogramm von alleine bewältigen.
Sei das Kind von damals, welches auf Bäume kletterte und die Welt spielerisch erkundete.


 

Ich möchte mit diesem Beitrag jeden dazu ermutigen, sich um sich selbst zu kümmern. Lernt euch selbst zu akzeptieren und zu lieben. Der Körper verändert sich mit der Zeit definitiv, wenn wir ihn gut behandeln.

Das Leben ist viel zu schade um sich täglich für sein Aussehen zu verurteilen. Auch wenn du keine 90-60-90 Traummaße hast, bist du liebenswert und perfekt so wie du bist.

Möchtest du deine Geschichte mit mir teilen? Schreib mir gerne

Eure Marliese

 

Photo  unsplash.com

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